Abendwanderung Insel Wörth

am 3. Juli 2026 stand die Exkursion auf die Insel  Wörth am Programm. Die Donauradfähre brachte uns von Grein aus auf die Insel Wörth, wo wir eine wunderbare Naturlandschaft besichtigen konnten. Im Gasthaus „Schwarzes Rössl“ konnten wir im Gastgarten bei angenehmen Temperaturen den Abend ausklingen lassen.

Die Insel Wörth hat eine Fläche von 13,5 ha ist dicht bewaldet. Auf ihr befinden sich drei kleine Weiher. Am höchsten Punkt, dem Wörthfelsen, finden sich noch Reste der Burg Wörth.
Früher gab es auf der Insel auch Landwirtschaft und das Gehöft Wörthbauer. Vor der Errichtung des Donaukraftwerks Ybbs-Persenbeug in den 1950er-Jahren war die Insel bei Niederwasser der Donau vom rechten, südlichen Flussufer aus über die Schotterbänke zu Fuß gut erreichbar.
Die heutige dreieckige Form der Insel ist auf zahlreiche Regulierungsarbeiten der Donau ab 1696 und auf die Uferverbauungen für das Kraftwerk Ybbs-Persenbeug zurückzuführen. Sowohl links als auch rechts der Insel Wörth besteht nun eine für die Schifffahrt taugliche Fahrrinne.

Seit 1970 ist die Insel Wörth ein Naturschutzgebiet im Besitz der Republik Österreich. Es besteht keine regelmäßige Fährverbindung zur Insel.

Im Mittelalter und auch schon weit früher war die Donau ein wichtiger Fernverkehrsweg für Schiffe, Flöße und am Donauufer für Reiter. Dieser Fernverkehr konnte an der Engstelle bei der Insel Wörth gut kontrolliert werden. So gibt es Hinweise, dass zur Bronzezeit schon Menschen auf der Insel waren. Eher zufällige Funde aus der Bronzezeit belegen es.

Glaubt man dem Anhang vom Roman Die Trutzburg von Franz Herndl, so hatten Römer zur Zeit Mark Aurels auf der Insel ein Kastell errichtet, aus dessen Ruinen im Mittelalter eine Burg entstand, die Burg Wörth.

An strategisch wichtigen Stellen gab es noch mehr Burgen. Sie waren Teil eines alten Maut- und Sicherungssystems entlang der Donau im Strudengau. Diese in Oberösterreich mehrheitlich am Nordufer gelegenen Burgen und Türme waren (von West nach Ost): Kosenburg, Greinburg (jüngere Hauptburg), Wörth, Werfenstein (ursprüngliche Hauptburg), Helchenburg, Hausstein, Langenstein, Pain, Mautturm und Burg Sarmingstein. In Niederösterreich folgten Freyenstein am Südufer und all die weiteren. Um 1295 war die Insel landesfürstlich und wurde 1314 an den Kleinadeligen Albero von Volkersdorf verpfändet, deren Nachkommen sich ab 1322 nach dem Sitz nannten. Mit dem Verkauf an die Prüschenk und der damit verbundenen Gründung des Prüschenkschlosses Greinburg dürfte die Burg Wörth ihre Aufgabe verloren haben.
Im Jahr 1575 begannen Tiroler Bergknappen im Auftrag des Kaisers mit der Beseitigung von gefährlichen Felseninseln des Strudels bei der Insel Wörth. Sie stießen allerdings auf Desinteresse und sogar Widerstand der lokalen Bevölkerung und den Herrschaften, die um ihr einträgliches Lotsengeschäft fürchteten.
Ab Dezember 1777 wurden nach umfangreichen Vorarbeiten die ersten Felsen doch gesprengt. Diese ersten Regulierungsarbeiten dauerten bis 1791. Sie wurden Mitte des 19. Jahrhunderts fortgesetzt und schließlich in den Jahren 1870 bis 1914 abgeschlossen. Damit waren die Schifffahrtshindernisse Schwall, Strudel und Wirbel beseitigt. Der Bau des Kraftwerks Ybbs-Persenbeug ließ die früheren Schifffahrtshindernisse vollständig vergessen.